

Aus dem Maxi-Katamaran „Gemini 3“ von 2007 entsteht ein modernes Fahrtenschiff – emissionsfrei unter Segeln, ohne an Geschwindigkeit oder Komfort einzubüßen. Auf dieser Seite finden Sie die Geschichte des Schiffs, die Rekordfahrten von Kapitän Roman Paszke und alle technischen Daten.
Herkunft
Unser Schiff ist keine Neukonstruktion: Es war der Maxi-Katamaran „Gemini 3“, zuvor „Bioton“ – gebaut 2007 auf der schwedischen Werft Marstrom Composite unter der Leitung von Kapitän Roman Paszke.
Beide Rümpfe bestehen aus Carbon-Pre-Preg mit Nomex-Kern. Die Formen entstanden über eine 5-Achs-CNC-Fräse, laminiert wurde im Vakuum-Autoklaven. Diese Bauweise ist der Grund, warum sich die Plattform heute umbauen und erweitern lässt, statt verschrottet zu werden.

Kapitän Roman Paszke
Unter dem Kommando von Roman Paszke war die „Gemini 3“ auf den härtesten Routen der Welt unterwegs. Der polnische Regattasegler und Yachtkonstrukteur bringt über 40 Jahre Hochseeerfahrung mit: mehrfacher polnischer Meister, Teilnehmer internationaler Regatten und Solo-Atlantiküberquerer von Cádiz nach New York.
Zwischen 2001 und 2013 nahm er mit dem Katamaran mehrfach Kurs auf eine Weltumsegelung gegen die vorherrschende Windrichtung – die anspruchsvollste Route, die es gibt. Zwei Versuche endeten vorzeitig, einer davon nach drei Wochen vor Kap Hoorn. Geblieben ist ein Streckenrekord, den das Schiff bis heute hält.
Als Initiator des polnischen Programms Race 2000 kommandiert Paszke die Yacht Warta-Polpharma bei der Weltumsegelungsregatta „The Race“: 32.000 Seemeilen in 99 Tagen. Gesegelt wird nonstop – ohne Hafenstopp und ohne Hilfe von außen. Am Ende steht der vierte Platz.
Mit dem gerade fertiggestellten Schiff plant Paszke die Solo-Weltumsegelung von Ost nach West – gegen Wind und Strömung. Diese Richtung gilt als die deutlich schwierigere und wird entsprechend selten überhaupt versucht. Widrige Wetterbedingungen verhindern den Start.
Im Dezember 2011 startet Paszke erneut Ost–West. Eine Panne im Januar 2012 führt zur Festsetzung der „Gemini 3“ in Argentinien – bis der Rechtsstreit Mitte Juni beigelegt ist. Fast ein halbes Jahr liegt das Schiff damit fest, der Versuch ist gescheitert, bevor die schwierigsten Abschnitte überhaupt beginnen.
Ein erster Start am 27. Dezember 2012 von Las Palmas endet schon nach sechs Stunden mit einem Ruderdefekt. Am 7. Januar bricht Paszke erneut auf, diesmal von Gran Canaria, mit dem Ziel, die Erde über Kap Hoorn in weniger als 122 Tagen zu umrunden. Nach drei Wochen auf See bricht er ab: Die Eisberglage in den südlichen Ozeanen macht die Navigation unkalkulierbar.
Am 25. Oktober unterbietet die „Gemini 3“ ihren eigenen Streckenrekord um mehr als vier Stunden – im Schnitt über 21 Knoten, in der Spitze 34 Knoten. Die bisherige Bestzeit lag bei 13 Stunden, 7 Minuten und 40 Sekunden und gehörte demselben Schiff. Was heute umgebaut wird, ist also ein nachweislich schnelles Boot.
Technische Daten
Mit 29,9 Metern Länge und 14,06 Metern Breite bietet der Katamaran großzügigen Raum an Bord – und eine breite, stabile Basis für schnelles Segeln. Angetrieben wird er elektrisch, versorgt aus 20 kWp Solarfläche und 330 kWh Antriebsbatterien.