
Bellevue Projekt
Hinter dem Umbau stehen Yachtkonstrukteure, Elektroingenieure und Hochseesegler. Vier Fachgebiete greifen dabei ineinander – von der Karbonstruktur über den Antrieb bis zu den Systemen an Bord.

Wie wir arbeiten
Aus einem Rennkatamaran ein emissionsfreies Fahrtenschiff zu entwickeln, verlangt Fachgebiete, die selten an einem Tisch sitzen: Karbonbau, Leistungselektronik, Energiemanagement und Erfahrung auf offener See. Entscheidend ist dabei weniger die einzelne Rolle als die Schnittstelle zwischen ihnen – wer Batterien dimensioniert, muss wissen, welche Lasten die Struktur zulässt.
Die Plattform stammt von der schwedischen Werft Marstrom Composite: Carbon-Pre-Preg mit Nomex-Kern, im Autoklaven laminiert. Der Umbau zum Fahrtenschiff nutzt genau diese Eigenschaft – reparierbar und erweiterbar, ohne Leistungsverlust.
330 kWh Antriebsbatterien, 20 kWp Solarleistung und Rückgewinnung über die Schrauben müssen als ein System ausgelegt werden. Das Batteriemanagement entscheidet über Lebensdauer und Sicherheit der Energiequellen an Bord.
Ein zentrales BUS-Netzwerk verbindet die Hauselektronik, Sensoren überwachen laufend die Belastung der Struktur, Kameras mit KI erkennen Objekte auf See. Jedes System muss auch dann funktionieren, wenn ein anderes ausfällt.
Das Schiff war unter Kapitän Roman Paszke auf Weltumsegelungskurs und hält einen Streckenrekord. Diese Erfahrung fließt in Entscheidungen ein, die sich am Schreibtisch nicht treffen lassen.